
Alvin, Simon, Theodore und die süßen Chipettes gönnen sich zusammen mit Dave einen Urlaub auf einem Luxuskreuzschiff. Doch auf einer tropischen Insel erleiden sie "Chipbruch" und werden voneinander getrennt. Während die Streifenhörnchen noch herumalbern, sucht Dave sie fieberhaft. Und auch die Einwohner der Insel machen sich bemerkbar.
Erst konnten sich "nur" 1,5 Millionen deutsche Kinobesucher für die Abenteuer der drei singenden Streifenhörnchen namens "Chipmunks" erwärmen. Das war Weihnachten 2007. Exakt zwei Jahre später waren es dann schon fast 2,2 Millionen Zuschauer, die mit Alvin & Co. mitfieberten. Und nun spricht rein gar nichts dagegen, dass auch der dritte Leinwand-Streich diesem Trend folgen und die beiden Vorgänger übertreffen wird. Bei "Alvin und die Chipmunks 3: Chipbruch" geht denn auch Regisseur Mike Mitchell ("Für immer Shrek"), der Betty Thomas ersetzt, keinerlei Risiken ein, tut genau das, wonach die Fans der niedlichen Nager mit den süßen Heliumpiepsstimmen verlangen. Das bedeutet: Oberflegelhörnchen Alvin macht wieder einen Blödsinn nach dem anderen, seine Brüder Simon und Theodore müssen seine Streiche ausbaden, während die drei Chipettes, die in Teil zwei eingeführten weiblichen Pendants, vor allem gut aussehen und mit ihren Äuglein rollen sollen.
D: Jason Lee, David Cross, Jenny Slate R: Mike Mitchell | Animation, Familienkomödie | FSK 0 | 87 min | USA 2011
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Eine junge Friseuse in der französischen Provinz erhält von ihrem schüchternen Angestellten einen anonymen Liebesbrief und schickt die poetischen Worte an ihre Mutter, die kaum noch aus dem Haus geht, seitdem ihr Gatte sie verlassen hat. Die blüht auf und möchte den Unbekannten unbedingt kennenlernen. Ausgerechnet der Verfasser des lettre d'amour soll bei der Maman den romantischen Verehrer spielen. Dabei hat sich die Chefin selbst in den Mann verliebt, nur will sie es nicht wahr haben. Die Manipulatorin lügt sich um Kopf und Kragen und verliert die Kontrolle über das Spiel.
D: Audrey Tautou, Nathalie Baye, Sami Bouajila
R: Pierre Salvadori | Komödie | FSK 0 | 104 min | F 2010
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Lange vor seiner Begegnung mit Shrek führte der gestiefelte Kater in Mexiko das Leben eines Draufgängers, Liebhabers und Diebes. Magische Bohnen, die über eine Ranke ins Reich der Wolken zu großem Reichtum führen sollen, locken ihn in ein Abenteuer, das ihn mit alten Wunden und einem neuen Heilmittel konfrontiert. Die reizende Kitty Samtpfote, eine mutige, magnetisch anziehende Mieze, lässt den Kater sogar seine Ressentiments gegenüber Ex-Kumpel Humpty Dumpty vergessen, der eigene finstere Pläne mit den Bohnen verfolgt.
Erwachsene Zuschauer dürfen sich über mehrere turbulente, hyperkinetische Action- und einige wirklich gefühlsechte Animationsszenen (watteweiche Wolken) freuen, garniert von absurd-komischen Einlagen, die einigen Katzen ungewohnte Rollen zuweisen. "Der gestiefelte Kater" aber bleibt in seinem vertrauten Revier und bekommt mit Kitty Samtpfote ein weibliches Pendant, das ihm fast ebenbürtig ist, gäbe es da nicht den legendären Hypno-Blick, die ausdrucksstark animierte Mimik und die ausgelebte Theatralik. Nichts von dem kann auch der Zuschauer widerstehen.
R: Chris Miller | Animation | FSK 0 | 91 min | USA 2011
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Zwei Ehepaare, Penelope und Michael respektive Nancy und Alan, stehen sich als Gastgeber und Gäste gegenüber. Penelope und Michaels Sohn hat bei einer Schlägerei zwei Zähne eingebüßt und Nancy und Alans Jungen als Täter genannt. Jetzt will man sich aussprechen, entschuldigen beziehungs-
weise verzeihen, über alles reden. Zunächst geht es noch gesittet zu, der gemütliche Michael reicht die Hand zur Versöhnung. Da eskaliert die Lage. Die beiden Parteien beginnen sich aufs Schlimmste zu beharken.
Als Meisterregisseur erweist sich Roman Polanski, der mit vier Darstellern und einem einzigen Schauplatz großes Kino zaubert. Jede Geste, jede Miene stimmt, ohne übertrieben zu wirken, wie es bei der Übertragung von der Bühne auf die Leinwand leicht passieren könnte. In den geschliffenen Dialogen sitzt jede Pointe, versteht man jedes Wort, ohne dass es künstlich, aufgesetzt wirkt - es sei denn es gehört zum Charakter der Figur. In diesem Film passiert nicht viel mehr als eben jene Dialoge. Dennoch fühlt man sich hier von der ersten bis zu letzten Minute glänzend unterhalten. Der Unterhaltungswert steigert sich im Lauf der Handlung, wenn aus den zu Anfang so betont friedliebenden, freidenkenden, nur ein wenig genervten Großbürgern bissige, Vorurteilsbeladene Spießbürger und Proleten werden.
D: Jodie Foster, Kate Winslet, Christoph Waltz
R: Roman Polanski | Drama, Komödie | FSK 12 | 80 min | F, D, PL 2011
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Der Schock sitzt tief bei Hartmut Machowiak, als ihm seine Frau nach 30 Ehejahren unter-breitet, dass sie sich scheiden lässt. Plötzlich muss der penible, überkorrekte und meist miss-gelaunte Taxifahrer, der nichts so sehr hasst wie Veränderungen, sein Leben neu ordnen. Da ist es wenig zuträglich, als eines Tages die sechsjährige Hayat, die kein Wort Deutsch spricht, allein in seinem Taxi auftaucht und nicht mehr von seiner Seite weicht. Notgedrungen nimmt Hartmut die Kleine bei sich auf und macht sich auf die Suche nach ihrer Mutter.
Mit der zärtlichen, tief bewegenden Culture-Clash-Tragikomödie liefert der aktuelle zweifache Grimme-Preisträger Christian Zübert sein bis dato bestes Leinwandstück ab.
"Dreiviertelmond" besitzt alle Ingredienzien für eine mitreißende Tragikomödie, die gleicher-maßen berührt wie amüsiert, zum Nachdenken animiert, zuweilen auch schockiert, dabei aber immer auch eine Lanze für Toleranz und Mitgefühl bricht. Der Film selbst ruht lediglich auf zwei Schulter-paaren, einem in Ehren gealterten und einem noch jungen, ganz zarten.
D: Elmar Wepper, Mercan-Fatima Türköglu, Ivan Anderson
R: Christian Zübert | Komödie, Drama | FSK 6 | 94 min | Deutschland 2012
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Im Teheran des Jahres 1958 geht beim heftigen Streit zwischen dem begnadeten Geiger Nasser Ali und seiner Frau das wertvolle Instrument zu Bruch. Ein Moment, in dem auch seine Seele in tausend Stücke zerspringt. Er macht sich auf die Suche nach einem Ersatz, aber selbst die angeblich von Mozart stammende Stradivari kann ihn nicht trösten. Seine Violine bedeutet ihm das Leben, wenn er sie zum Klingen brachte, war er seiner großen und unerfüllten Liebe ganz nah, sie erfüllte sich in der Musik. Nun will er sterben und lässt die wichtigsten Ereignisse noch einmal Revue passieren.
Mit dem ambitionierten Animationsfilm "Persepolis" gelang dem Regie-Duo Marjane Satrapi und Vincent Paronnaud ein Riesenerfolg - neben dem Preis der Jury in Cannes gab es u.a. noch eine Oscar- und eine Golden Globe Nominierung. Erneut operieren die beiden nach dem gleichen System wie bei dem witzig-politischen Rückblick auf Satrapis Kindheit im Iran. Wieder geht es um Familie, diesmal um einen Großonkel, die bewährte Mischung aus Ernsthaftigkeit und Humor bleibt, auch die schwebenden Jasminblüten finden sich wieder, ein Kino in Teheran heißt gar Persepolis. Statt auf schwarz-weiß setzen sie auf exzessive Farbenpracht und bedienen damit die Märchenhaftigkeit der romantischen Geschichte, umgarnen Herz und Hirn.
D: Mathieu Amalric, Edouard Baer, Maria de Medeiros
R: Marjane Satrapi | Tragikomödie | FSK 12 | 91 min | F, D, BEL 2011
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DJ. Edgar Hoover ist ein schwieriger Charakter, der in seiner 50 Jahre währenden Karriere einerseits als Musterbild für Gesetzessinn und Moralität gilt, anderseits kontrollsüchtig, egozentrisch, erpresserisch und rassistisch ist. Er revolutioniert die kriminalistische Spurensicherung, sammelt zugleich ein geheimes Aktenarsenal an, mit dem er die mächtigsten Politiker erpresste. Sein Assistenzdirektor Clyde Tolson ist ihm tief ergeben, doch Hoover unterdrückt seine homosexuellen Neigungen.
Für seine 35. Regiearbeit inszeniert Clint Eastwood ein gediegenes Biopic über FBI-Direktor J. Edgar Hoover, das historische Fakten mit Spekulationen über dessen Privatleben verknüpft.
Hoover war ein äußerst komplexer Mann, der einerseits als Musterbild für Gesetzessinn und Moralität galt, anderseits kontrollsüchtig, egozentrisch, erpresserisch und rassistisch war. Er revolutionierte die kriminalistische Spurensicherung, sammelte aber zugleich ein geheimes Aktenarsenal an, mit dem er die mächtigsten Politiker erpresste. Zudem wird angenommen, dass Hoover seine eigene Sexualität versuchte zu unterdrücken und dadurch innerlich völlig zerrissen war. "Inception"-Star Leonardo DiCaprio läuft für die zeitlich fast 50 Jahre umfassende Hauptrolle zu schauspielerischer Höchstform auf. Fehlte es ihm bei seinem Porträt von Howard Hughes in "Aviator" noch ein wenig an überzeugender Souveränität, geht er diesmal komplett mit authentischem Sprachrhythmus und minutiösen Manierismen ganz in seiner Figur auf. Obendrein gelingt es DiCaprio die Figur trotz ihrer unzähligen Charakterschwächen menschlich und damit zu einem gewissen Grad auch bemitleidenswert zu gestalten. Daran können auch das ins Auge fallende Alters-Makeup sowie augenscheinliche Perücken und Prothesen keinen Abbruch tun.
D: Leonardo DiCaprio, Naomi Watts, Judi Dench
R: Clint Eastwood | Drama | FSK 12 | 137 min | USA 2011
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Nach der Baseball-Saison fällt die knapp gescheiterte Mannschaft der Oakland A's auseinander. Teammanager Billy Beane muss ein neues Team bilden, hat dafür aber nur begrenzte finanzielle Ressourcen zur Hand. Zufällig lernt er den Wirtschaftsanalysten Peter Brand kennen, der ein, wie er glaubt, todsicheres System entwickelt hat, mit Computerstatistiken eine perfekte Mannschaft ohne Stars aufzubauen. Beane vertraut dem jungen Mann und setzt dessen System gegen alle Widerstände durch. Erfolge wollen sich zunächst nicht einstellen.
Baseballfilme stehen in den deutschen Kinos nicht gerade im Ruf, in der Beliebtheit des Publikums weit oben zu rangieren. Wenn es einem Film gelingen kann, die Begeisterung doch noch zu entfachen, dann ist es "Die Kunst zu gewinnen", Bennett Millers erste Regiearbeit seit seinem erstaunlichen Debüt "Capote", weil man kein Regelwerk beherrschen muss und es auch gar nicht um Baseball an sich geht. Vielmehr ist es ein entlarvender, immer etwas belustigter Blick auf das Geschehen hinter den Kulissen - der "Social Network" des Sportfilms, der das Räderwerk der Maschine Baseball auseinandernimmt und darin eine bemerkenswerte Geschichte über einen Mann entdeckt, der sein ganzes Leben nie gelebt hat als wäre es sein Eigenes, um nun bei der Durchsetzung einer scheinbar verrückten Idee zu sich selbst zu finden.
D: Brad Pitt, Jonah Hill, Ken Medlock
R: Bennett Miller | Drama | FSK 0 | 133 min | USA 2011
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Der heute über 80-jährige Rolf Eden ist eine der schillerndsten Berliner Persönlichkeiten überhaupt. Als Betreiber solch illustrer Clubs wie dem Eden-Playboy-Club, dem Kabarett Schlüsselloch, dem Eden-Salon, dem New Eden und nicht zuletzt dem Big Eden machte der leidenschaftliche Playboy und selbsternannte Über-Glückspilz über Jahrzehnte von sich reden. Dörfler zeichnet sein Leben von der Jugend in Isreal bis heute nach.
Regisseur Dörfler hat sich einen Namen gemacht mit filmischen Annäherungen an Menschen, die kriminell geworden sind: "Der Panzerknacker" (2006) erzählt die Geschichte des Bandenchefs Joachim "Otto" Schäfer, der mit seinen Komplizen in den Neunzigern Geldtransporter in Hessen überfiel und verhaftet wurde, als er gerade am Frankfurter Flughafen zu einer Weltreise aufbrechen wollte. "Achterbahn" (2009) handelt von dem Berliner Schausteller Norbert Witte, der den größten Vergnügungspark des Landes errichten wollte, pleite ging und seinen Sohn in ein Drogengeschäft verstrickte.
Bei den Dreharbeiten zu "Achterbahn" lernte Dörfler Eden kennen, der erzählte ihm, dass er sieben Kinder mit sieben Frauen gezeugt habe. Zunächst wollte Dörfler einen Film über diese Kinder machen, aber dann recherchierte er Edens Lebensgeschichte, und es stellte sich heraus, dass diese seine beiden bisherigen Filme zu einer Trilogie vollenden könnte. Dabei ist Eden zwar zweifellos ein Hallodri, doch keineswegs kriminell - und dennoch hat sein Leben wesentliches mit dem Schäfers und Wittes gemein: Alle drei sind Männer, die sich nicht mit den äußeren Umständen ihres Lebens aufhalten, die sich nicht scheren um Erwartungen, die die Gesellschaft an sie heranträgt. Sie nehmen ihr Leben selbst in die Hand. Schäfer und Witte sind gescheitert. Rolf Eden hat stets gewonnen. Im Film sagt er: "Das war einfach ein Glücksfall, dass ich immer Glück hatte."
D: Ursula Buchfellner, Rolf Eden, Menahem Golan
R: Peter Dörfler | Dokumentation | FSK 12 | 93 min | D 2011
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Der hawaiianische Geschäftsmann und Familienvater Matt King soll entscheiden, ob und an wen ein bislang unberührtes Stück Land verkauft werden soll. Allerdings hat er viel drängendere Sorgen: Seine von ihm entfremdete Frau liegt nach einem Bootsunfall im Koma, und Matt erfährt, dass sie eine Affäre hatte und ihn verlassen wollte. Als ihm die Ärzte mitteilen, dass sie nicht mehr aus dem Koma erwachen wird, macht Matt sich mit seinen beiden Töchtern auf die Suche nach dem anderen Mann.
Die Comedie humaine mit ihrer genauen Beobachtung menschlicher Sehnsüchte und Schwächen ist das Spielfeld von Alexander Payne, der sich mit seinen Vorgängern "About Schmidt" und "Sideways" den Ruf erarbeitet hat, der vermutlich bedeutendste amerikanische Chronist der Marotten des einfachen Mannes in seinen besten Jahren zu sein. "The Descendants" fügt sich nun nach siebenjähriger Pause nahtlos in das Oeuvre des Filmemachers, nur geht die Verfilmung des Romans von Kaui Hart Hemmings noch weiter als seine bisherigen Filme, noch tiefer unter die Haut und ist noch souveräner in ihrer Betrachtung ihrer Figuren und des Ortes, an dem sie sich bewegen und der sie definiert.
D: George Clooney, Shailene Woodley, Beau Bridges
R: Alexander Payne | Tragikomödie | FSK 12 | 115 min | USA 2011
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1962 kehrt die junge Skeeter von ihrem Collegestudium zurück in ihre Südstaaten-Heimatstadt. Ihre alten Freundinnen haben viel Freizeit. Denn ihre Babys und Haushalte werden von farbigen Hausangestellten versorgt. Als eine von ihnen ein Gesetz einbringen will, dass Schwarze separate Toiletten benutzen sollen, ist Skeeter dermaßen schockiert, dass sie beschließt, die Hausmädchen in ihrer Umgebung zu interviewen, um ihre Seite zu dokumentieren. Zunächst fällt es ihr schwer, das Eis zu brechen, doch letztlich erhält sie die volle Unterstützung von Aibileen und Minny.
Bewegende Bestseller-Verfilmung, die mit viel Herz sowie einigem Humor vom Schicksal afroamerikanischer Hausangestellter während der frühen 60er im noch reichlich rassistischen Mississippi erzählt. Autorin Kathryn Stocketts verarbeitete für ihren 2009 erschienenen Roman eigene Kindheitserfahrungen. Wie ihr langjähriger guter Freund und Regisseur von "The Help", Tate Taylor, kommt sie aus Jackson, Mississippi, und konnte aus erster Hand mit verfolgen, wie afroamerikanische Angestellte wie Sklaven behandelt wurden. Auf Stocketts Betreiben wurde Taylor, der zuvor nur einen Kurzfilm gedreht hatte, die Regie übertragen. Was ihm an inszenatorischer Erfahrung mangeln könnte, gleicht er mit einem stark um Authentizität bemühten Augenmerk aus. Zudem ist das mitreißende Sozialdrama durchweg fabelhaft besetzt. Vor allem glänzen die Darsteller des Protagonisten-Trios, Viola Davis und Octavia Spencer als Dienstmädchen Aibileen und Minny sowie Emma Stone als junge weiße Journalistin Skeeter, die sich aufrichtig für sie interessiert und die Geschichten der Hausmädchen in Buchform bringt.
D: Emma Stone, Viola Davis, Bryce Dallas Howard
R: Tate Taylor | Drama | FSK 0 | 146 min | USA 2011
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Wäre Faulheit Unterrichtsfach, wäre Tom Sawyer ein Spitzenschüler. Engagement zeigt er aber in seinen Streichen, in den Abenteuern, die er mit seinem besten Freund Huck Finn erlebt. Ein bisschen auch in der Liebe, denn Neuankömmling Becky hat er sofort auf dem Radar. Leider gibt es bald massive Störungen, erschüttert doch ein Mord die Idylle am Mississippi. Tom und Huck haben ihn beobachtet, schweigen aber aus Furcht vor dem Mörder. Bis mit dem liebenswerten Säufer Muff Potter ein Unschuldiger hingerichtet werden soll.
Voller Lebenslust laufen Mark Twains berühmte Helden am Ufer eines Flusses mit dem Wind um die Wette, während ein Raddampfer sich durch das Wasser schaufelt. Von Beginn an versucht "Bibi-Blocksberg"-Regisseurin Hermine Huntgeburth, eine authentische Atmosphäre zu etablieren, auch wenn der Mississippi eigentlich die Havel ist und der historische Mittlere Westen der USA an insgesamt zwölf deutschen Drehorten und in den erhalten gebliebenen Kulissen aus "Unterwegs nach Cold Mountain" rekreiert wurde. 6,5 Millionen Euro standen für dieses Projekt zur Verfügung, doch die Beschränkung sieht man der liebevollen Ausstattung und den in warmen Erdtönen gehaltenen Cinemascopebildern meist nicht an, auch wenn gelegentliche Effektshots, der Blick etwa auf Tante Pollys an einen Hügel geklebten Heimatort, das Budgetlimit deutlich machen. Für Kids zwischen Schuleintritt und Bravo-Abonnement bedeutet das aber Störfaktor Null. Diese Zielgruppe konzentriert sich auf Helden, mit denen man sich auch heute noch identifizieren kann, weil sie eine Dose, nicht den Kaviar darin, als Schatz betrachten und den Tafelberg in Missouri finden - aus Schokolade. Sascha Arangos Drehbuch bleibt nah an der Vorlage, verjüngt aber Tante Polly (Heike Makatsch) deutlich.
D: Louis Hofmann, Leon Seidel, Heike Makatsch
R: Hermine Huntgeburth | Kinderfilm, Abenteuer | FSK 6 | 109 min | D 2011
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Gerade hat Mikael Blomkvist, Aushängeschild des Enthüllungsmagazins "Millennium", eine bittere juristische Niederlage erlitten. So nimmt er das lukrative Angebot eines schwedischen Industriellen an, den Fall von dessen seit 40 Jahren spurlos verschwundener Großnichte zu klären. Die Ermittlungen führen den Journalisten ins vergiftete Herz einer Großfamilie, aber auch an die Seite der smarten Punk-Hackerin Lisbeth Salander, die nach traumatischen Erfahrungen rotzig und abweisend wirkt, aber mit Blomkvist ein schlagkräftiges Team bildet.
Wie schon in der Erstverfilmung gibt es wenige klassische Thrillerelemente, entwickelt sich Spannung aus den Figuren, manchmal nur aus Blicken und natürlich der Lösung einer grausamen Mordserie. Finchers Inszenierung ist elegant, aber stets ökonomisch und nie plakativ - gerade auch in den harten Szenen, die nicht ausgespart werden. Ein Plus gegenüber der skandinavischen Verfilmung ist der Verstörung betonende elektronische Score und die etwas sanftere Zeichnung von Rooney Maras stark gespielter Protagonistin, die rotzig und abweisend, aber auch offener in ihren Gefühlen ist. Mit Daniel Craig, viriler als Mikael Nyqvist, bildet sie ein Paar, das auch in dieser Adaption eine Attraktion ist.
D: Daniel Craig, Rooney Mara, Christopher Plummer
R: David Fincher | Thriller | FSK 16 | 158 min | USA 2011
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Max Zettl ist ehrgeizig. Für ihn ist, Chauffeur zu sein, nur eine Übergangsbeschäftigung. Mit einer gehörigen Portion Charme und Skrupellosigkeit und Glück wird er in Berlin Chefredakteur einer neuen Online-Publikation. Mit Paparazzo-Urgestein Herbie Fried an seiner Seite ist er bald unterwegs unter den Prominenten der Hauptstadt und einem faustdicken Skandal auf der Spur.
Alle spinnen hier ihre Intrigen, sind immer nur auf den eigenen Vorteil und ein kleines bisschen mehr Macht bedacht in diesem Schreckenskabinett: die Bürgermeisterin von Berlin, die tatsächlich ein Mann ist; der stets dem Kollaps nahe Bundeskanzler, der bei seiner Mätresse immer nur in einen Koma-artigen Tiefschlaf fällt; der Ministerpräsident, der die Dominosteine immer mit dem richtigen Drall anzustoßen versucht; der Schweizer Milliardär, der in Berlin mitspielen will und deshalb das Societymagazin "The New Berliner" aus dem Boden stampft; und schließlich auch der Titelheld Zettl, ehedem Chauffeur des verstorbenen Baby Schimmerlos, der hoch hinaus will, aber feststellen muss, dass andere das Intrigenspiel vielleicht doch noch besser beherrschen.
D: Michael Bully Herbig, Ulrich Tukur, Harald Schmidt
R: Helmut Dietl | Komödie | FSK 0 | 109 min | D 2012
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